Mein Kampf. Ein verliebter Mann
Was geschieht, wenn Liebe zur Alltäglichkeit wird?
Eine Adaption des zweiten Teils von Karl Ove Knausgaards Roman erforscht die Partnerschaft als einen Raum, in dem der Wunsch, ein liebevoller Vater zu sein, auf die Notwendigkeit trifft, ein Schriftsteller zu sein. Regisseur Jan Mikulášek und Dramaturgin Dora Štědroňová verfolgen kleine Konflikte, Erschöpfung, peinliche Momente und Rückkehr zur Nähe - und benennen das, was fast jeder kennt, mit einer Präzision, die trifft.
Miloslav König in der Hauptrolle balanciert zwischen Charme, Egoismus und Zerbrechlichkeit eines Mannes - eines bezaubernden Intellektuellen, eines erschöpften Elternteils und eines narzisstischen Autors, der seine eigene Geschichte für sich beansprucht, auch wenn dies andere verletzt. Die Inszenierung eröffnet eine beunruhigende Frage: Wer hat das Recht, die Geschichte eines gemeinsamen Lebens zu erzählen - und was wird aus denen, die darin als Figuren enden?
Marek Cpins Bühnenbild verwandelt eine gewöhnliche Wohnung in ein Schlachtfeld und offenbart die Spannung zwischen der Vorstellung einer gleichberechtigten Partnerschaft und einer Realität, in der tief verwurzelte männliche Privilegien fortbestehen. Die Inszenierung entstand im Theater Na zábradlí; Miloslav König erhielt den Preis der Theaterkritik für seine männliche Schauspielleistung, und das Theater Na zábradlí wurde zum Theater des Jahres ausgezeichnet.











