Twelfth Night
Die Inszenierung "Macbeth" des Nationalen Akademischen Dramas Theaters Iwan Franko aus Kyjiw unter der Regie von Iwan Urywskyi verlegt Shakespeares Tragödie in die Welt des Hybridkriegs, der Medienmanipulation und des Informationsdrucks. Die klassische Geschichte von Ehrgeiz, Mord und Schuld wird hier zu einer Studie über die Entstehung von Tyrannei und schrittweiser Entmenschlichung - eines Menschen, der unter dem Druck der Macht zum Usurpator wird.
Die Schlüsselgeste der Inszenierung ist die Umwandlung der Hexen: Sie sind keine Wesen aus einem dunklen Wald, sondern drei Bildschirme, die das Handeln der Figuren beobachten, aufzeichnen und beeinflussen. Das Böse kommt nicht in erkennbarer mythologischer Form, sondern in der Sprache von Nachrichten, Algorithmen und manipulierten Gefühlen. An der Inszenierung wirkten Bühnenbildner Petro Bohomazov und Kostümdesignerin Tetjana Ovsijchuk mit.
Die Inszenierung entstand in einem Land, das seit 2022 unter Bedingungen eines Vollkriegs lebt. Die Themen Verrat, Paranoia und moralischer Verfall wirken hier nicht wie ferne literarische Motive. Die Inszenierung stellt der ganzen Gesellschaft eine Frage: Was wird nach dem Sieg geschehen, welcher Mensch kehrt aus dem Krieg zurück, und wie kann man verhindern, dass die Macht sich erneut in Tyrannei verwandelt.
Vor der Aufführung findet eine feierliche Eröffnung des Festivals statt. Die Aufführung wird in ukrainischer Sprache mit slowakischen und englischen Untertiteln ohne Pause gezeigt. Während der Aufführung werden Rauch-, markante Sound- und Lichteffekte verwendet. Die Inszenierung wird mit finanzieller Unterstützung und auf Initiative des Ukrainischen Instituts sowie mit Unterstützung der Botschaft der Ukraine in der Slowakischen Republik realisiert; die Präsentation des ukrainischen Theaters würdigt das 35. Jubiläum der Unabhängigkeit der Ukraine.











