Holzwurm
Činoherní studio města Ústí nad Labem, Aussig
Von der Nacht an, in der sie Ziegel und Mörtel verlegte, wusste die Mutter, dass die Schatten auch in sie eingedrungen waren. Sie hörte sie nicht mehr nur hinter Vorhängen oder Türen, sondern in ihrer eigenen Brust, tief im Inneren. Als sie ihr Ohr an meinen Bauch legte, hörte sie sie auch in mir. Sie wusste, dass sie in uns wachsen würden, dass sie sich in unsere Eingeweide graben und wir sie nicht aus uns herausreißen könnten.
In ihrem Roman Holzwurm zeigt Layla Martínez, wie Hass im Menschen wächst. Aus den Tiefen eines von Holzwürmern zerfressenen Hauses erklingen zwei weibliche Stimmen, die danach streben, den Kreislauf von Armut, Gewalt und Ausbeutung zu durchbrechen.











