Stalker
Ein Wissenschaftler und Schriftsteller reisen in die Zone. Das rätselhafte Versprechen, das die Zone darstellt, ist für einen Intellektuellen gefährlich, während der andere überhaupt nicht daran glaubt. Der Stalker, der sie begleitet, entbehrt der Bildung beider Gefährten - er kennt nur den Weg.
Petr Král: "Nicht nur, dass hier alles untrennbar materiell - sinnlich - und 'geistig' ist, dass die äußeren Formen der Dinge nicht von ihren emotionalen Bedeutungen und von der Erforschung ihres inneren Sinns getrennt werden können - bis dahin, dass Tarkovskis Filme ein selten konsequenter Bericht über das Funktionieren einer Subjektivität sind. Sie überschreiten die Grenzen der Kunst auch dadurch, wie sie 'bewusste' kreative Anstrengung mit Empfindlichkeit für das Geheimnis im 'natürlichen' Zustand verbinden. So selbstkomponiert Tarkovskis Visionen auch sein mögen, sie haben die Notwendigkeit spontaner Ablagerungen, von Bildern, die der Filmemacher nicht erfunden, sondern in sich reifen und kristallisieren ließ; sie bewahren einen dunklen, irreduziblen Kern ähnlich wie die geheimnisvollen Situationen im Leben oder wie jene bezaubernden, 'vom Himmel gefallenen' Filme, denen einzigartige Poesie eher durch das Zusammenspiel von Umständen als durch künstlerische Absicht gegeben wurde. Sie sind einfach in fast göttlichem Sinne geschaffen, wie das Sein selbst; und Menschen und Dinge kommen zu uns in ihnen mit solch einzigartiger Präzision, Dringlichkeit, Anmut, als hätten wir uns selbst in einem Zustand der Gnade befunden und plötzlich alles mit doppelter Intensität wahrgenommen. (...) Vielleicht sind sie über einem Abgrund erbaut, doch menschliche Existenz und die Welt selbst sind für Tarkovsky nicht ohne Sinn. In 'Stalker' gibt es eine Einstellung, in der die Kamera langsam den lehmigen, moosbedeckten Boden verlässt und sich einem grauen Hintergrund zuwendet, der leer zu sein scheint, in dem wir aber plötzlich das Wasser einer Bucht erkennen; am Horizont begrenzen es eine Reihe von Bäumen, deren Spiegelungen im Wasser wie zerbrechliche, gewichtslose Wurzeln sind. Wasser scheint die Materialisierung der Leere zu sein, Bäume schreiben gleichsam einen Sinn ein, der mit der Leere selbst identifiziert wird, mit ihrer Bewusstwerdung und Annahme. Es geht sozusagen nur darum, die Fremdheit der Welt zuzulassen, sich aber nicht mit ihr abzufinden, sie in die eigene Aufgeschlossenheit und Offenheit umzuwandeln. Tarkovsky kommt hier Antonioni nahe und dessen Erkundung der fremden Weiten des Universums."











