Tujiko Noriko (JP) • VÍZ (HU)
Ein Treffen zweier Musikerinnen, die mit Stimme und Elektronik als offenen Klangraum arbeiten. Tujiko Noriko gehört zu den markantesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen japanischen Szene; VÍZ findet ihre eigene Sprache zwischen Lied, Film-Noir-Atmosphäre und Ritual.
Wie in den Beobachtungsprosa-Texten von Sayaka Murata oder Hiromi Kawakami entscheiden oft Kleinigkeiten - Straßenlärm, Kinderstimmen, Katzengeschnurr. Starke Gefühle wachsen aus scheinbar unbedeutenden Momenten. In ihren Kompositionen treffen Liedform auf Klangfeinheiten, unerwartet markante Rhythmen, Feldaufnahmen und Stille. Elektronik ist hier nicht nur sanfte Ambient-Umgebung - sie kann verschmitzt, verspielt und leicht tückisch sein. Die Gesangslinie, manchmal ausgesprochen pop-orientiert, lässt sich in diesem wechselnden Raum teilweise auflösen, um kurz darauf wieder hervorzutreten. Neben Musik widmet sich Tujiko Noriko seit langem auch dem Filmemachen, und ihre Alben ähneln eher einer Bildfolge als linear aufgebauten Stücken. Sie hat mit Aoki Takamasa, Lawrence English, Nobukazu Takemura und John Chantler zusammengearbeitet und auf den Labels Editions Mego, PAN und Room40 veröffentlicht. Sie kommt kurz nach der Veröffentlichung des Doppelalbums Pon nach Pardubice, das ihrer verstorbenen tauben Katze gewidmet ist - eine ihrer persönlichsten Aufnahmen, die nicht vom Verlust handelt, sondern von Unmittelbarkeit, stiller Ironie und Aufmerksamkeit für Klänge, die wir normalerweise übersehen.
Hinter dem Projekt VÍZ steht die Musikerin Réka Csiszér. Ihr Hauptinstrument ist die Stimme - manchmal trägt sie die Melodie, manchmal verwandelt sie sich in Flüstern, Echo oder elektronisch geschichteten Chor. Ihre Erfahrung mit Theater- und Filmmusik prägt, wie VÍZ mit Klangraum arbeitet: einzelne Stücke sind sorgfältig konstruierte Situationen, ob sie sich der Liedform nähern oder sich in freieren Flächen entfalten. Unter der Oberfläche liegen Réka Csiszérs siebenbürgisch-ungarische Wurzeln - nicht als folklorisches Zitat, sondern als ferne Erinnerung, präsent in ihrer Arbeit mit Stimme, Wiederholung und dem Gleichgewicht zwischen Intimität und Geheimnis. Deshalb ähnelt ihr Konzert manchmal einem Ritual.











