Panelstory oder Wie eine Wohnsiedlung entsteht
In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre erlebte das tschechoslowakische Kino eine Phase der Liberalisierung, die es Věra Chytilová ermöglichte, zur Spielfilmproduktion zurückzukehren. Kurz nach "Das Apfelspiel" schuf sie ein weiteres kritisches Porträt instabiler zwischenmenschlicher Beziehungen - diesmal diente eine Wohnsiedlung als Mikrokosmos der Normalisierungsgesellschaft, in der wegen Nachlässigkeit, Desinteresse und Kommunikationsbarrieren nichts funktioniert. Der Film zeigt alle Generationen und verschiedene soziale Schichten.
Mitautorin des Drehbuchs war Eva Kačírková, die als Ehefrau eines Baumeisters über umfangreiches Insiderwissen über den tatsächlichen Ablauf des Wohnungsbaus in der Tschechoslowakei verfügte - und tritt im Film auch selbst in einer Rolle auf. Die Dreharbeiten fanden in Prags Südstadt statt. Das Bild einer Gemeinschaft, deren Mitglieder statt gemeinsamer sozialistischer Ideale nur ihre individuellen Ziele verfolgen, erwies sich als so treffend und beißend, dass die Premiere zunächst verschoben wurde und der Film danach nur in einer begrenzten Anzahl von Kinos außerhalb großer Städte gezeigt wurde.
Bevor das inländische Publikum "Panelstory" sehen konnte, sahen es Zuschauer beim Filmfestival im italienischen San Remo, wo der Film 1980 den Großen Preis erhielt.











