Meine Hufe haben die Erde bereits aufgewühlt
Theater Husa na Provázku, Brünn
Auf der Suche nach gemeinsamer Sprache
Ein Hund, der sich in der Sonne leckt, ist wahrscheinlich einsam. Elefanten geben sich gegenseitig Namen und trauern kollektiv um den Verlust eines Nahestehenden. Oktopusse verfallen der Verzweiflung über Überfischung. Affen haben Lachkrämpfe. Auch Tiere erleben Angst, Trauer, Liebe und Freude. Diese Eigenproduktion gibt ihnen Raum und bringt Situationen aus fernen Savannen, vergessenen Unterkünften oder zu engen Garçonnieren auf die Bühne. Vielleicht werden dem Publikum dann die unschreibbaren Sprachen wie "tuk, platsch, vrrr, hudry-hudry" nicht mehr fremd — und vielleicht sagen sie mehr aus als alle Fachbücher über die Ökologiekrise.
Eine zerbrechliche Begegnung voller poetischer Bühnenkunst und Gesänge tierischer Unschuld und Erfahrung, die alle Vorurteile der Menschheit aufwühlt.
Natur als Ware, Metapher, Ort der Entspannung. Natur als alltägliche Geschichte von bedrohten Arten, Waldvernichtung und Erderwärmung. Wir sprechen ständig über die Natur. Aber welche Geschichten erzählt die Natur über uns? Welche Leben teilt sie mit uns? Und wovor hat sie Angst?