Verachtung
Das Spannungsverhältnis zwischen einer hohlen Gegenwart und einer idealisierten Vergangenheit zieht sich durch die Kunstgeschichte - und ließ auch Godard nicht los. Doch anders als Dante konnte er seinem Vergil nicht Jahrhunderte zurück in die augusteische Antike folgen. In der kurzen Geschichte des Kinos aber gab es bereits etwas wie ein "Gelobtes Land", und dessen Vergil war zur Zeit der Dreharbeiten zu Verachtung noch am Leben: Fritz Lang. Godard ließ daher den verehrten Schöpfer von Metropolis sich selbst spielen - einen Regisseur, der einen homerischen Mythos verfilmt.
Die Idee, diese "zwei Antiken" so zu verbinden, hätte kühn wirken können, wäre Godard die Umsetzung nicht mit so überzeugender Selbstverständlichkeit gelungen. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Geschichte eines modernen Mannes, der der Macht des Geldes nicht widerstehen kann (Michel Piccoli als europäischer Drehbuchautor gegen Jack Palance als Hollywoodproduzent), und in seiner Selbstverachtung verliert er auch seine Liebe (Brigitte Bardot).
Zum schlimmsten Schicksal verdammt - zum Überleben - bleibt ihm am Ende nichts anderes übrig, als an den Ort zurückzukehren, wo das Vergängliche zur Ewigkeit wird.











