Ein Tag im Leben
"Der Künstler lebt außerhalb der Zeit, getrieben von dem Wunsch nach Veränderung in dem Leben, aus dem er sich zurückgezogen hat, in der Hoffnung, sich damit zu versöhnen, wenn er wieder in es eintritt."
- Paraphrase von Boris Groys' The Loneliness of the Project
Die Heldentat von Ein Tag im Leben gehört Existenzen an der Grenze - Biber-Prepper, die sich auf das Ende der Welt vorbereiten, und überlebende Künstler. Was liegt hinter ihnen? Was vor ihnen? Wie wahrscheinlich ist es, dass sie sich durch Selbsthilfe aus der Krise befreien und noch eine Chance auf ein anständiges Leben haben - und wenn ja, wie macht man das überhaupt? Wie Biber Material sammeln, um eine Festung zu bauen, die ihnen Schutz, stabiles Klima und Zugang zu Nahrung sichert, versucht die Heldentat von Ein Tag im Leben, sichere räumliche und zeitliche Nischen für ihre Schöpfung zu schaffen. Aber Müßiggang lohnt sich nicht: Wasser fließt weiter, Fische laichen, und die Heldentat wächst langsam aber sicher in verfaultes Mobiliar hinein.
Der zentrale Gletscher des neuen Projekts von Akolektiv Helmut ist das Phänomen der Krise - künstlerische Krise vor dem Hintergrund existenzieller, klimatischer und Wohnungskrisen. Müllcontainer-Tauchen, Tschechische Fischrepublik und das Innere eines Eimers als unendliches Potenzial. All dies kollidiert in einem liminalen Raum irgendwo an der Grenze zwischen Amateurtheaterfestival und professionellem Ensemble-Betrieb.
Ein Tag im Leben ist ein Essay über die Schöpfung von Kunst, die Arbeitsethik, die sie erfordert, und die fatale Zeitlichkeit, in der das künstlerische Projekt unvermeidlich zum Leben der Kunst selbst wird.











