Ratten
Eine Ratte zu sein ist eine Wahl. Aber für manche die einzige Chance.
Eine bittere Tragikomödie aus der Gesellschaftsrandzone nach dem Meisterwerk von Gerhart Hauptmann (1862–1946), Träger des Nobelpreises für Literatur. Dieses Stück wurde auf der tschechischen Bühne nur einmal aufgeführt, vor mehr als einem halben Jahrhundert — obwohl es zu den Klassikern des deutschen Theaterspiels gehört.
Henrietta John hat ein Kind verloren und kann kein weiteres bekommen. Ihr Leben trägt eine Wunde, die sich nicht heilen lässt — bis eine Frau ihren Weg kreuzt, die sich von dem befreien will, wonach John sich die ganze Zeit sehnt. In einem Mietshaus am Rande verstecken sich solche Wunden überall. Mieter, die früher das Gefühl hatten, woran sie sich halten konnten, ähneln nun Schatten, die ein viel größeres Problem verbergen. Unter dem Druck von Heuchelei und Manipulation beginnen die Grundlagen des Hauses selbst zu bröckeln. Begierde wird zu Hunger. Hunger zu Besessenheit.
"Alles hier ist verfault! Und was nicht verfault ist, wird von Ratten angenagt! Sie kriechen durch den Müll, nagen an Kadavern und würden sich gegenseitig auffressen, wenn nichts anderes übrig bliebe. Wenn eine ertrinkt, frisst sie eine andere, und eine dritte ersetzt sie. Überleben — das ist alles, was sie interessiert. Jeder von uns ist ein bisschen eine Ratte..."
Warnung: Die Inszenierung behandelt Gewalt, Fehlgeburten und Kindstod. Die Aufführung enthält stroboskopische Effekte und unerwartete laute Geräusche.