Szenische Lesung Vyhubyt
Klubovna Jeden Tag / Nibiru Galerie, Ostrau
Wie beeinflussen finanzielle und Wohnungsunsicherheit unser Gefühl von existenzieller Bedrohung und Demütigung?
Wie weit kann das gehen?
Und ihr wollt immer noch in diesem engen Loch wohnen? In diesem stinkenden Einzimmer mit Kochnische und schimmeligem Bad?
Habt ihr eine Wohnung? Und könnte ich sie sehen?
Willkommen in der Welt der Wohnungskrise. Auf dem Schlachtfeld der Selbstachtung, wo der Wunsch zu wohnen zum "territorialen Kampf um Lebensraum" wird. Wer steht höher in der Hierarchie – Geschäftemacher mit Wohnungen oder Konzernchefs? Und wer wird in diesem Überlebenskampf als Sieger hervorgehen?
Armut ist nur eine Serie schlechter Lebensentscheidungen. Oder nicht?
Die szenische Lesung Vyhubyt eröffnet durch Rálíšs Text eine Diskussion über die Auswirkungen der Wohnungskrise auf Einzelne und die Gesellschaft.
Sie zeigt sie als ständigen Kampf auf dem Spielfeld der zeitgenössischen neoliberalen Gesellschaft, der sich auf Beziehungen, Selbstwertgefühl, die Einstellung zur Zukunft und den Wunsch, Familien zu gründen, auswirkt. Das rasante Tempo des Immobilienmarktes und die Notwendigkeit, die Karriereleiter hochzuklettern, stoßen auf die Grenzen der Überbelegung und die Unfähigkeit, ausreichende Mittel für ein würdiges Leben zu sichern. Die hysterische Suche nach irgendetwas Erschwinglichem wird nicht nur durch die Hysterie des Immobilienmaklers kompliziert, sondern auch durch die unerwartete Ankunft eines Kindes.