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Kommentar: Interference: Tomáš Polcar

Sa, 26. Sept. 2026 · 16:00

Galerie Ethera, Prag

Kommentar: Interference: Tomáš Polcar — Galerie Ethera, Prag

Zwei Systeme werden in Beziehung zueinander gesetzt. Dort, wo sie sich treffen, entsteht eine dritte Bedingung - eine, die keinem von beiden angehört und ohne beide nicht existieren könnte.

Die Ausstellung Interference präsentiert die neuesten Werke von Tomáš Polcar, in denen ein Zusammenprall räumlicher und visueller Ordnungen stattfindet. Polcars Werk entwickelt sich in langfristigen Zyklen, in denen Motive nicht als Darstellungsgegenstände verstanden werden, sondern als Strukturen, die unter Druck ausgesetzt sind und deren ursprüngliche Identität sich zu transformieren beginnt.

Geometrie funktioniert hier nicht als feste Grenze, sondern als Spannungsvektor. Formen konvergieren zu einem Verdichtungspunkt und öffnen sich dann erneut, als würde der Raum selbst einen Moment der Singularität durchlaufen. Das Werk balanciert an der Grenze zwischen makrokosmischer Ordnung und materieller Entropie - das Präzise ist von Instabilität durchdrungen; das Abstrakte trägt die Erinnerung von Materie und Zeit.

Tomáš Polcar (geb. 1973, Prag) studierte von 1991 bis 1998 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag bei Hugo Demartini, Aleš Veselý und Milan Knížák. Er beschäftigt sich langfristig mit zyklischen Phänomenen und der strukturellen Beschaffenheit von Materie und lebt und arbeitet in Slavětín nad Ohří.

Kurator: Jakub Grosz