Den Refrain kennst du, selbst wenn man dich um drei Uhr nachts wecken würde: „Rhythm is a dancer". Und gleich eine Tatsache, die die Augenbrauen hochzieht - einer der größten Tanzhits der Neunziger wäre fast gar nicht erschienen. Turbo B, der Rapper der Band selbst, wehrte sich gegen die Veröffentlichung und bevorzugte den Song „Colour of Love". Die Rede ist von Snap!, der deutschen Eurodance-Gruppe - und wenn du dir den Begriff Snap! Brno in den Kalender schreibst, erfährst du hier, wen du dir eigentlich anhören wirst.
Hinter dem Namen Snap! steckt nicht ein einziges Gesicht, sondern ein wechselndes Aufgebot an Produzenten und Sängerinnen sowie ein paar Geschichten, die pikanter sind als die Hits selbst. Zum Beispiel die, dass das berühmte Synthie-Riff, das jeder nach wenigen Tönen erkennt, in Wirklichkeit eine alte Aufnahme ist. Die Produzenten Anzilotti und Münzing verwendeten als treibendes Element von „Rhythm Is a Dancer" ein älteres Electro-Sample, das sie so weit verlangsamten, dass es kaum noch wiederzuerkennen ist.
Snap! Brno: warum man die Eurodance-Ikone live erleben sollte
Snap! Brno ist für Neulinge die Chance, Songs live zu hören, die den Sound der Neunziger geprägt haben, und für Kenner eine Erinnerung daran, welch verworrene Geschichte sich hinter diesen Refrains verbirgt.
Snap! gehören nicht zu den Künstlern aus der Schublade „ein Hit und Schluss". Zu ihren bekanntesten Songs zählen „The Power" aus dem Jahr 1990 und „Rhythm Is a Dancer" aus dem Jahr 1992, beide erreichten in mehreren Ländern die Spitze der Charts. Das sind zwei eigenständige gesamteuropäische Erfolge, kein Zufall. Wenn Snap! also nach Brno kommen, geht es nicht um ein nostalgisches Erinnern an einen einzigen Song, sondern um eine Band, die an der Wiege des gesamten Tanzpops der Neunziger stand. Das genaue Datum, den Veranstaltungsort und den Link zu den Tickets überprüfe aber immer beim offiziellen Veranstalter und in unserem Veranstaltungskalender - von dort gelangst du direkt zur Veranstaltungsseite, nicht zu Fragmenten aus sozialen Netzwerken. Und sobald das Thema Snap! Brno bestätigt ist, findest du es dort mit allen praktischen Details.
Wer ist Snap! eigentlich und woher kommen sie?
Snap! ist ein deutsches Eurodance-Projekt aus Frankfurt, hinter dem zwei Produzenten unter erfundenen Namen und eine ganze Reihe wechselnder Sängerinnen und Rapper stehen.
Snap! ist ein deutsches Eurodance-, Hip-Hop- und Pop-Projekt, das 1989 von den Frankfurter Produzenten Michael Münzing und Luca Anzilotti gegründet wurde. Das Duo war in der Musikbranche aber schon früher aktiv. Luca Anzilotti und Michael Münzing begannen 1985 ihre Zusammenarbeit in der Gruppe Off, an der Seite von Sven Väth. 1985 ist also der Beginn ihrer gemeinsamen Laufbahn; Snap! selbst entstand erst vier Jahre später.
Typisch für die Band ist das rotierende Ensemble am Mikrofon. Im Laufe der Jahre wechselten zahlreiche amerikanische Sängerinnen, Songwriter und Rapper durch die Besetzung, darunter Thea Austin, Turbo B, Niki Haris und Penny Ford. Die Band war im Grunde eine Produzentenwerkstatt, und die Stimmen kamen und gingen je nach Bedarf.
Und gleich eine Kleinigkeit, die viel über die Zeit aussagt. Münzing und Anzilotti nahmen die Künstlernamen Benito Benites und John „Virgo" Garrett III an, weil sie sich von den gängigen Vorstellungen über deutsche Musik distanzieren wollten. Frankfurt war dabei keine Randerscheinung. Von hier aus verbreitete sich in den Neunzigern der europäische Tanzsound, und Snap! waren sein Aushängeschild.
The Power: der zufällige Start eines ganzen Genres
Das Debüt „The Power" entstand aus zusammengesetzten Samples fremder Aufnahmen, musste wegen ungeklärter Rechte für Amerika neu aufgenommen werden und wurde trotzdem ein weltweiter Hit.
Die Originalversion erschien am 3. Januar 1990 über Logic Records in Deutschland und enthält Samples aus „Let the Words Flow" von Chill Rob G, „Love's Gonna Get You" von Jocelyn Brown und „King of the Beats" von Mantronix. Auch der berühmte Refrain „I've got the power" hat seine eigene Geschichte. Der Song entstand aus einer Demo-Session im Jahr 1989, in der Sängerin Penny Ford, die von Chaka Khan empfohlen worden war, diese ikonische Zeile spontan einsang.
Der Haken lag bei den Urheberrechten. Die Samples waren nicht lizenziert, weshalb die Aufnahme für die amerikanische Veröffentlichung überarbeitet werden musste. Turbo B, bürgerlicher Name Durron Butler, den die Produzenten von einem amerikanischen Militärstützpunkt in Deutschland anwarben, sang die Parts neu ein, die ursprünglich von Chill Rob G gesampelt worden waren. Dass ein Rapper, der quasi beim Militär rekrutiert wurde, eine Karriere mit weltweitem Ruhm krönte, ist ein ziemlich ungewöhnlicher Anfang.
Der Song brach sofort durch. „The Power" erreichte Platz eins in Griechenland, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Großbritannien und Simbabwe sowie in den amerikanischen Charts Dance Club Play und Hot Rap Singles. In der wichtigsten amerikanischen Chart war es knapper. In der Billboard Hot 100 kletterte der Song auf Platz zwei, hinter „Vision of Love" von Mariah Carey. Dass es sich nicht um einen kurzlebigen Hit handelte, bestätigte auch spätere Anerkennung. Im Jahr 2022 nahm das Magazin Rolling Stone „The Power" in die Liste der „200 besten Tanzsongs aller Zeiten" auf.
Rhythm Is a Dancer: der Hit, der fast in der Schublade verschwunden wäre
Der größte Song der Band sollte ursprünglich untergehen, entstand aus einem clever recycelten Sample, und der eigene Rapper kämpfte dagegen - trotzdem wurde er einer der meistverkauften Singles des Jahres.
„Rhythm Is a Dancer" erschien im März 1992 über Arista und Logic Records als zweite Single aus dem zweiten Studioalbum The Madman's Return und enthält den Gesang der amerikanischen Sängerin Thea Austin. Der Weg zum Ruhm war jedoch nicht geradlinig. Der Song sollte ursprünglich die Hauptsingle des zweiten Albums werden, wurde aber verschoben, und stattdessen erschien „Colour of Love".
Dahinter steckte Widerstand innerhalb der Band. Thea Austin kam dabei auf Umwegen zum Projekt. Snap! wurde sie von der ursprünglichen Sängerin Penny Ford vermittelt, die bereits für eine Solokarriere ausgestiegen war, aber weiterhin am Schreiben beteiligt war; Austin, die damals als Musikjournalistin und Songwriterin arbeitete, wurde zu den Produzenten nach Deutschland geschickt.
Der Sound, an den sich jeder erinnert, ist das Ergebnis cleveren Recyclings. „Rhythm Is a Dancer" sampelt den Song „Automan" der amerikanischen Electro-Hip-Hop-Band Newcleus aus dem Jahr 1984. Der Song ist in a-Moll geschrieben und hat ein Tempo von 124 Schlägen pro Minute. Der berühmte Satz über Krebs, den Turbo B im Refrain rappt, gehört zu den meistdiskutierten Zeilen der gesamten Ära. Dieser kontroverse Vers vergleicht die Ernsthaftigkeit der Aussage mit der Unerbittlichkeit von Krebs, um zu betonen, dass der Rhythmus eine lebenswichtige Kraft ist und nicht nur eine eingängige Phrase.
Als die Single schließlich erschien, sprachen die Zahlen für sich. Der Song wurde zum bis dahin größten Hit von Snap!, als er Platz eins in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Belgien erreichte. In den USA kletterte er auf Platz fünf der Billboard Hot 100. In Großbritannien war es besonders stark. Es war die zweitmeistverkaufte Single des Jahres 1992, direkt hinter „I Will Always Love You" von Whitney Houston. In den britischen Charts verbrachte sie sechs Wochen auf Platz eins und verkaufte sich 583.000 Mal. Das deutsche Magazin Bunte erfand dann einen Spitznamen für den Song, der sich durchsetzte: Es nannte ihn „die Mutter aller Eurodance-Songs".
Der Song hat auch seine menschliche Pointe. Thea Austin, deren Gesang den gesamten Song eröffnet, fühlt sich gesegnet, dabei gewesen zu sein, und sagt, dass sie den Song bis heute in Aufzügen, beim Aerobic, in Salons und im Supermarkt hört. Und noch ein Detail, das du vielleicht aus dem Musikvideo kennst. Das Musikvideo drehte der britische Regisseur Howard Greenhalgh, und es entstand auf dem Gelände des Kennedy Space Center in Florida, wo Turbo B in einem verrauchten Raketengarten Bass spielt. Es war das letzte Video, in dem sowohl Turbo B als auch Austin zu sehen waren, bevor sie die Band verließen.
Wie Snap! die Neunziger beeinflussten
Snap! waren nicht nur zwei eingängige Songs, sondern der Auslöser einer Welle, mit der sich Eurodance über Europa ergoss, und ihre Spuren sind im Pop bis heute zu hören.
Die Band blieb nicht bei zwei Hits stehen. „Ooops Up", ein Cover des Songs von The Gap Band, erreichte Platz zwei in Deutschland und Platz fünf in Großbritannien. Es folgten das nahöstlich angehauchte „Cult of Snap" (Platz drei in Deutschland, Platz acht in Großbritannien) und „Mary Had a Little Boy" (Platz vier in Deutschland, ebenfalls Platz acht in Großbritannien). Auch das Debütalbum war kein Flop. World Power verkaufte sich weltweit über sieben Millionen Mal, erreichte Platz zehn in Großbritannien, wo es Platin erhielt, und Platz dreißig in den USA. Insgesamt zog die Band über ihre Karriere eine beeindruckende Bilanz. Snap! verkauften über 15 Millionen Tonträger und halfen dabei, den Sound einer ganzen Generation zu prägen.
Den Einfluss dieser Band hört man auch in jüngerer Musik. Die Single „Of the Night" der britischen Indie-Pop-Band Bastille aus dem Jahr 2013 ist ein Mashup aus „Rhythm Is a Dancer" und einem weiteren Tanzklassiker, „The Rhythm of the Night" von Corona. Der Song „Don't Tell 'Em" des amerikanischen Sängers Jeremih und des Rappers YG aus dem Jahr 2014 interpoliert die Melodie direkt. Die Ära der klassischen Besetzung endete Mitte der Neunziger. 1996 löste sich die Gruppe offiziell auf, nach der Veröffentlichung der Kompilation Snap! Attack: The Best of Snap!, auf der auch neue Versionen der beiden größten Hits enthalten waren, „The Power '96" und „Rhythm Is a Dancer '96". Wenn es dich interessiert, wer aus dieser Ära bei uns spielt, schau in den Bereich Interpreten und vergleiche die Namen, die dir aus dem Radio im Gedächtnis geblieben sind.
Was vom Live-Auftritt von Snap! zu erwarten ist
Das Live-Set von Snap! lebt von großen Refrains zum Mitsingen; Termin, Ort und Tickets immer im Kalender und bei offiziellen Verkäufern überprüfen, nicht vom Hörensagen.
Die Band mit diesem Repertoire tourt bis heute durch große Bühnen, Tourneen und Retro-Events. Snap! treten weiterhin auf globalen Bühnen, Arenen-Tourneen und nostalgischen Tanzabenden auf, mit einem energiegeladenen Set, bei dem das Publikum singt und springt. Dass ihre Songs auch vor riesigem Publikum funktionieren, haben sie schon früher bewiesen. Am 27. Juni 2010 traten Snap! beim Glastonbury Festival auf, mit der ursprünglichen Sängerin Penny Ford und dem Rapper Benjamin Lowe. Auf der Tanzfläche erwarte also Klassiker wie „The Power" und „Rhythm Is a Dancer" sowie einen Abend, der eher auf Tanzen als auf stilles Zuhören ausgerichtet ist.
Und jetzt das Praktische, und zwar gewissenhaft: Das genaue Datum, die Adresse des Veranstaltungsorts und den Ticketpreis solltest du nicht dem ersten Link entnehmen, auf den du stößt. Überprüfe sie beim offiziellen Veranstalter und bei seriösen Verkäufern. Bestätigte Informationen zu einer möglichen Veranstaltung findest du im Bereich Konzerte und im Veranstaltungskalender, wo du direkt zur Veranstaltungsseite mit Datum, Ort und Ticketlink gelangst. Wenn du ein Ticket aus zweiter Hand kaufst, greife nur dort zu, wo der Verkäufer die Echtheit garantiert.
Häufige Fragen
Ist Snap! eine britische Band?
Nein, das ist ein häufiger Irrtum. Snap! ist ein deutsches Eurodance-Projekt, das 1989 von den Frankfurter Produzenten Michael Münzing und Luca Anzilotti gegründet wurde. Die Sänger und Rapper waren zwar größtenteils Amerikaner, aber das Projekt selbst entstand in Deutschland.
Wer singt „Rhythm Is a Dancer"?
Der weibliche Hauptgesang stammt von der amerikanischen Sängerin Thea Austin. Der Song enthält ihren Gesang, und genau ihre Stimme eröffnet den gesamten Song. In die Band wurde sie von der vorherigen Sängerin Penny Ford gebracht.
Warum hatten die Produzenten falsche Namen?
Es war eine Marketing-Strategie. Münzing und Anzilotti nahmen die Namen Benito Benites und John „Virgo" Garrett III an, weil sie sich von den gängigen Vorstellungen über deutsche Musik distanzieren wollten. Sie wollten eher international als deutsch wirken.
Woher stammt das berühmte Riff aus „Rhythm Is a Dancer"?
Von einer ziemlich alten Aufnahme. Der Song sampelt den Song „Automan" der Band Newcleus aus dem Jahr 1984. Die Produzenten verlangsamten das ursprüngliche Synthesizer-Sample so weit, dass es kaum noch wiederzuerkennen ist.
Wo erfahre ich, ob Snap! in Brno spielen?
Datum, Ort und Ticketlink immer beim offiziellen Veranstalter und in unserem Kalender überprüfen. Verfolge die Bereiche Konzerte und Veranstaltungskalender, wo eine bestätigte Veranstaltung mit allen praktischen Details erscheint. Verlasse dich nicht auf Termine, die in sozialen Netzwerken kursieren.
Quellen
- Wikipedia: Snap! (Bandprofil, Mitglieder, Diskografie, Auflösung 1996)
- Wikipedia: The Power (Snap! song) - Entstehung, Samples, Chartplatzierungen
- Wikipedia: Rhythm Is a Dancer - Veröffentlichung, Sample von Newcleus, Tonart und Tempo, Musikvideo
- Last.fm: Snap! biography - Gründung, Pseudonyme, Besetzung
- Grokipedia: The Power / Rhythm Is a Dancer - Entstehungsgeschichte, Penny Ford und Chaka Khan, Verkaufszahlen
- Micro-Chop (Medium) - Sample-Analyse und Hintergründe zu „Rhythm Is a Dancer", Zitate von Thea Austin
- SongSense, WhoSampled - Samples und Umstände der Veröffentlichung
- kdykam.com: Veranstaltungskalender, Konzerte und Interpreten