Auf Wiedersehen Shanghai
- Genre: Dokumentarfilm
- Land: Tschechien · Argentinien
- Laufzeit: 114 Min.
Jana Boková, bedeutende tschechische Exildokumentaristin, die in Argentinien lebt, beschließt in ihrem neuesten Film herauszufinden, was das Wort Exil eigentlich bedeutet. Ihre erste Station auf der Reise von Argentinien ist Prag, wo sie sich nach vierzig Jahren mit ihrem Jugendfreund, dem Philosophen Václav Bělohradský, wiedertrifft. Gemeinsame Erinnerungen an den Aufbruch aus Prag, das damals von Armeen der "befreundeten Länder" besetzt war, werden einfühlsam mit hochwertigem Archivmaterial verflochten. Sehr offene Gespräche führt die Regisseurin in Prag auch mit dem leicht gebeugten Vlastislav Třešňák, der sich an Misshandlungen während endloser Verhöre durch das StB erinnert und an die Notwendigkeit, sich zwischen Kriminalität und Emigration zu entscheiden. In Paris wiederum sinnt der Dichter und Übersetzer Petr Král über die Mechanismen der totalitären Macht nach und erinnert daran, welch große Rolle der Prager Frühling im linken Denken des Westens spielte. Der sehr persönliche Film von Jana Boková setzt sich durch die Schicksale mehrerer tschechischer Emigranten sowie der Autorin selbst mit verschiedensten Aspekten der Emigration auseinander und kommt zu der Erkenntnis, dass wer einmal entwurzelt wurde, niemals wieder Wurzeln schlagen kann. [43. MFF KV 2008]
- Regie: Jana Boková
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Mit
Über
Jana Boková ist eine tschechische Dokumentarfilmregisseurin, die 1968 emigrierte und ihre Karriere vor allem in Großbritannien aufbaute. Sie drehte zahlreiche Dokumentarfilme für die BBC und andere internationale Sender mit kulturellen und sozialen Themen aus aller Welt.
Václav Bělohradský ist ein tschechischer Philosoph und Soziologe, der nach der sowjetischen Invasion 1968 nach Italien emigrierte und lange an der Universität Genua lehrte. Er ist bekannt für seine Essays über Moderne, Totalitarismus und europäische politische Kultur. Nach 1989 kehrte er in die Tschechische Republik z…
Vlastimil Třešňák ist ein tschechischer Liedermacher, Dichter und Schriftsteller. Während der kommunistischen Normalisierungszeit wurde er vom Geheimdienst StB verfolgt, inhaftiert und emigrierte schließlich. Sein Werk – Lieder wie Prosa – kreist um Freiheit und Widerstand gegen totalitäre Macht.
Petr Král (1941–2020) war ein tschechischer Dichter, Essayist und Übersetzer, der einen Großteil seines Lebens im Pariser Exil verbrachte. Er schrieb auf Tschechisch und Französisch und beschäftigte sich mit Surrealismus und Filmkritik. Bekannt ist er für seine Gedichtbände und Essays über Kultur und totalitäre Macht.
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