Erotikon
Erotikon gehört zu den Höhepunkten des tschechoslowakischen Stummfilms. Regisseur Gustav Machatý verarbeitete einen einfachen Stoff des Dichters Vítězslav Nezval über die leidenschaftliche Affäre eines Landmädchens mit einem unbekannten Fremden, der sie schwängert. Die schwangere Frau flieht in die Stadt, um ihr Kind heimlich zur Welt zu bringen. Obwohl sie am Ende aus Dankbarkeit einen edlen, wohlhabenden und sesshaften Mann heiratet, erliegt sie fast erneut ihrem früheren Liebhaber... Die Besonderheit des "Erotikon" liegt vor allem in seiner modernistischen Form. Sie macht aus einer Geschichte, die wie aus einem Groschenroman entlehnt wirkt, bis heute ein außergewöhnliches Werk. Kompositorisch raffinierte Einstellungen, suggestive Lichtkontraste, meisterhafte Nutzung visueller Symbole und dynamischer Schnitt zeugen von der Regie- und Kamerakunst. Der Film mit internationaler Besetzung unter Leitung der Filmstar Ita Rina wurde noch vor seiner Fertigstellung ins Ausland verkauft. Später knüpfte Machatý mit dem ähnlich gestimmten, aber bereits Tonfilm "Ekstase" daran an.











