Jiří Petrbok – Tagebuch eines Patienten im DOX
Centrum současného umění DOX, Prag
Die Ausstellung Jiří Petrboks Tagebuch eines Patienten im Zentrum für zeitgenössische Kunst DOX (24. April – 16. August 2026) konzentriert sich auf das Thema des Selbstporträts und präsentiert das künstlerische Werk des Künstlers von den 1990er Jahren bis zur Gegenwart als kontinuierliche Aufzeichnung eines sich ständig verändernden, immer wieder in Frage gestellten "Ich". Die Ausstellung ist nicht chronologisch wie eine klassische Retrospektive angeordnet – Gemälde aus verschiedenen Perioden, nebeneinander platziert, schaffen ein Ganzes, das eher an ein Tagebuch erinnert, voller Rückgriffe, Wiederholungen und verschiedener Gefühle. Sie verfolgt, wie sich das Prinzip des Selbstporträts in verschiedenen Phasen des künstlerischen Werks manifestiert: von frühen Bildern körperlicher und existenzieller Transformation über Motive von Masken, Schutzanzügen und fragmentierten Figuren bis zu Werken, in denen Familie, Institutionen, öffentlicher Raum und Sprache in das Selbstporträt eingehen. Der Ausstellungstitel bezieht sich nicht auf Krankheit, sondern auf die breitere menschliche Erfahrung, der Auswirkungen von Institutionen, gesellschaftlichen Erwartungen und dem eigenen Körper ausgesetzt zu sein – der "Patient" ist jemand, auf den die Welt einwirkt, der aber gleichzeitig seine eigenen Aufzeichnungen führt. Die Ausstellung wird von Otto M. Urban kuratiert. Durch die Kombination verschiedener Techniken – von Zeichnung über Malerei bis Collage – entstehen dynamische, oft provokative Bilder mit melancholischen und dekadenten Untertönen, die Groteskes, schwarzen Humor und existenzielle Themen verbinden. Petrboks Werk ist in öffentlichen Sammlungen vertreten, unter anderem in der Nationalgalerie Prag und der Galerie der Stadt Prag.