Tanz, Tritt, Drehung!
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper — aber was, wenn dieser Körper in ungesund grellen Lumpen und flashigen Breakdance-Kreationen steckt? Diese ausgelassene Hongkonger Zeitkapsel der 1980er-Jahre-Lifestyle-Exzesse schreckt gleichzeitig durch ihre Hyperaffektiertheit ab und löst Wellen von Fremdscham durch ehrliche Humor aus, nimmt dir aber regelmäßig den Atem mit phänomenaler Choreografie, die Street Dance mit Kung-Fu vermischt, aufgeführt vom unanständig jungen Donnie Yen.
Das diesjährige Thema psychische Gesundheit bei Otrlci manifestiert sich größtenteils durch filmische Tauchgänge in die verdrehten Köpfe von Mördern und Maniakem — was auch für den farbenfrohesten und lautesten Film des Programms gilt, nur dass diesmal der Geschmack ermordet wird und Wahnsinn die Form unausgeglichener jugendlicher Optimismus annimmt.
Tanz, Tritt, Drehung! ist eine Breakdance-Kung-Fu-Liebeskomödie aus dem Hongkong der 1980er Jahre. Der Film ist ein frühes Werk des Kampfchoreografie-Genies Yuen Woo-Ping und des zukünftigen Megastars Donnie Yen — aber erwarten Sie nicht die Eleganz von Crouching Tiger, Hidden Dragon, die überirdischen Kämpfe von The Matrix oder die reife Würde von Ip Man. Im Geist kommt er Yuens slapstick-Kung-Fu-Komödien mit Jackie Chan als Sohn des Meisters am nächsten (Drunken Master, 1978), aber er schwelgt geradezu in der Schrillheit und Bizarrheit der achtziger Jahre.
Angebliche Höhepunkte der Periode dramaturgischer Inkongruenz wie Breakin' 2: Electric Boogaloo (1984) oder Flashdance (1987) werden vom Hongkonger Herausforderer in den Staub gewirbelt, aufgewirbelt durch einen absurd großen Boombox-Kassettenrekorder. Es gibt hier kein BMX-Fahren, aber Tennis wird gespielt, ferngesteuerte Autos dienen zur Entschärfung von Beziehungskrisen, und Breakdance vermischt sich mit Kung-Fu zu Displays körperlicher Fähigkeiten, die faszinierte Bewunderung auslösen, trotz der Mode-Hölle, die die Charaktere tragen.











