Für die Liebe gemacht
In seinem Meisterwerk In the Mood for Love verbindet Wong Kar-wai Bild, Musik, Gesten, Kostümdesign, Farben und Raum zu einem stilistisch außergewöhnlichen Ganzen, durchdrungen von Nostalgie, platonischer Liebe und Melancholie. Der Film ist nun in einer restaurierten Kopie zu sehen, mehr als 20 Jahre nach seiner Uraufführung.
Mit einem Trio von Kameramännern schuf Wong ein romantisches Melodrama über ein Paar, das durch unglückliche Umstände zusammengebracht wird – ihre Partner betrügen sich gegenseitig. Die Hongkonger Stars Maggie Cheung und Tony Leung spielen Mrs. Chan und Mr. Chow, die am selben Tag in Nachbarwohnungen einziehen. Als sie die Untreue ihrer Partner entdecken, wollen sie nicht wie diese sein – wir folgen ihrer Einsamkeit, sich wiederholenden Situationen, Gesten und musikalischen Motiven sowie dem Geheimnis ihrer echten, aber unerfüllten Liebe.
Der Film spielt in den 1960er Jahren in Hongkong in extrem stilisierten Innenräumen und engen Gassen. Durch eine Geschichte von Nähe und Distanz verweist Wong deutlich auf Hongkongs politische Situation und seinen Übergangsstatus – im Jahr 2046, fünfzig Jahre nach der britischen Übergabe der Insel an China, kann sich alles verändern. Dieses Thema entwickelte er weiter in einem Film mit dem Titel 2046. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Hongkong kann dieses melancholische Lied über Liebe und Endlichkeit noch stärker empfunden werden als zuvor.











