An der Weggabelung: Zwischenkriegsarchitektur in Japan
Das Kreativteam der Gruppe Okolo präsentiert in der Semlerova rezidence eine erweiterte Version der Ausstellung "An der Weggabelung: Zwischenkriegsarchitektur in Japan", die Anfang dieses Jahres für die Winternitzova vila entstanden ist. Die Ausstellung basiert auf eigener japanischer Forschung und fotografischer Dokumentation von Štěcha, ergänzt durch Grafikdesign und Ausstellungsarchitektur seiner Kollegen Matěj Činčera und Jan Kloss.
Die Ausstellung präsentiert vielfältige Beispiele der japanischen modernistischen Wohnarchitektur der Zwischenkriegszeit mit Fokus auf die Verflechtung japanischer Bau- und Kulturtradition mit avantgardistischen Impulsen aus Europa und den USA. Die gezeigten Häuser sind sehr unterschiedliche Beispiele der japanischen Moderne, in denen sich die Begegnung und Synthese von Ost und West auf verschiedene Weise manifestiert.
Der historische Kontext reicht von der Meiji-Ära (1868–1912), als Japan unter Unterstützung westlicher Mächte eine schnelle Modernisierung durchlief, über die Taishō-Periode (1912–1926) bis zur Shōwa-Ära von Kaiser Hirohito (1926–1989). In der Architektur begannen die ersten modernistischen Pioniere bereits in den 1920er Jahren, zeitgenössisch konzipierte Häuser zu entwerfen — darunter Sutemi Horiguchi, Iwao Yamawaki, Koji Fujii sowie Kameki und Nobuko Tsuchiu, ebenso wie die ausländischen Persönlichkeiten Frank Lloyd Wright und Henri Rapin. Die Ausstellung vermeidet bewusst die Arbeiten der tschechischen Architekten Jan Letzel und Antonín Raymond, deren Aktivitäten in Japan im Inland bekannter sind.
Für die Semlerova rezidence wurden mehrere zusätzliche Tafeln geschaffen, die das Thema auf öffentliche und Wohnrealisierungen der frühen Moderne und des Art déco erweitern.










