Substance: Der unendliche Spinoza
Divadlo Jiřího Myrona, Ostrau
Einaktiges Opernwerk für Tenor, sechsstimmigen Chor, Kammerensemble und Elektronik, 2026
Die Oper SUBSTANCE: Der unendliche Spinoza wird von der Philosophie Baruch Spinozas und seinem Verständnis der Unendlichkeit inspiriert. Spinoza etablierte den Begriff der Substanz – eine alles durchdringende Essenz, die in sich selbst als Manifestation der Unendlichkeit existiert, unabhängig von kirchlichen Dogmen oder Hierarchien. Aufgrund seiner Ansichten geriet er in Konflikt mit älteren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Amsterdam, wurde des Atheismus beschuldigt und anschließend exkommuniziert und verbannt.
Das Werk präsentiert ein immersives Erlebnis, das Philosophie, Video, Klang und Musik verbindet. Der variable Rahmen bezieht sich auf Spinozas Beruf als Linsenschleifer – das Hauptszenografische Motiv ist eine imaginäre Linse, durch die wir die unendlich kleine und unendlich große Welt beobachten. Das gleiche Prinzip durchzieht das Sounddesign: Schlüsselwörter und Phrasen werden vergrößert, zerlegt, in abstrakte Texturen umgewandelt und in konkrete Form zurückgebracht – von einfacher Materie zum unendlichen Universum. – Elliott Sharp
- Dirigent: Petr Kotík
- Choreografie: Carolina Arandia
- Lichtdesign: Pavla Beranová
- Projektionen: Janene Higgins