Zwischenstopp
Arnoldova vila, Brünn
Es ist 1951. Ein Flug der Scandinavian Airlines von Kalkutta nach Rom hat einen regelmäßigen Zwischenstopp in Tel Aviv – und unter den Passagieren ist diesmal Hjalmar Schacht, ehemaliger Präsident der Reichsbank, ein Mann mit dem Spitznamen "Hitlers Banker". Ein einstündiger Aufenthalt in der Flughafencafé wird zu einem spannenden Drama um sein Leben: Er wird von David erkannt, einem Kellner, der als Jude Jahre in Konzentrationslagern verbracht hat, und von Friederike Brecher, einer Jüdin aus Prostějov, und beide wollen Schacht an die israelischen Behörden ausliefern. Schacht verteidigt sich und behauptet, er habe versucht, Hitlers Politik zu mäßigen, und dass er nach 1939 kein Amt innehatte.
"Zwischenstopp" ist ein Stück über Schuld, Vergebung, Gerechtigkeit und darüber, wie wir unseren eigenen Traumata begegnen. Jedes Wort könnte entscheiden, ob Friederike und David Schacht weiterfliegen lassen oder ihn in eine Zelle in Tel Aviv schicken.
Das Stück stammt von Pavel Molek – Richter am Obersten Verwaltungsgericht, Dozent an der Juristischen Fakultät der Masaryk-Universität und Autor von Fachmonografien, der sich in den letzten Jahren auch als Dramatiker etabliert hat. Seine Inszenierung "Monument für Hradiště", die nach dem Münchner Abkommen spielt, war für den Mark-Ravenhill-Preis nominiert.
Die Inszenierung entsteht in Koproduktion des Vereins Meeting Brno und des Divadla Radost in Zusammenarbeit mit dem Brno City Museum und Arnoldova vila.