Nur Mütter wissen, worum es im Leben geht
Liebe und Geld.
Die eine hat zwei Kinder, eine traumatische Geburt hinter sich und die klare Vorstellung, dass es egal ist, was sie studiert hat und was sie später tun wird - die Kinder sind das Wichtigste und von Ehrgeiz kann keine Rede sein. Die andere lebt in der Wildnis in einer Strohhütte, wäscht Geschirr in der Badewanne, gebiert ihre Kinder zu Hause und möchte statt in das System zurückzukehren Gemüse für die Familie anbauen. Bio, verständlich. Die dritte wurde schwanger zu Beginn ihres ersten Studienjahres - mit einundzwanzig. Die vierte schickte den Vater ihres Sohnes anderthalb Jahre nach der Geburt fort. Die fünfte bekam ihr Kind mit zweiundvierzig, liebt ihren Sohn, aber liebt auch ihre Arbeit und ist darin sehr gut - Spielplätze und Muttergespräche erschrecken sie. Die sechste hatte lange kein Leben, nur Arbeit, jetzt hat sie ein Leben, aber keine Arbeit. Momentan schreibt sie ein Stück über Mütter. Und dann ist da noch die siebte, eine linke Feministin, die ein paar Tage nach der Geburt zur ersten Demonstration ging, aber jetzt, wie sie selbst sagt, ist sie ziemlich liberal.
Sieben Frauen, alle Mütter. Ein Theaterdokument aus fast drei Jahren Zeitraffer-Interviews - ein szenischer Comic an der Grenze zwischen Groteske und Tragödie. Peinlich authentisch, obwohl wir wissen, dass Authentizität irgendwie eine Hure ist.
Die Inszenierung fragt, wie die tschechische Gesellschaft Mutterschaft und Fragen des Familienbudgets wahrnimmt. Über Anerkennung und Abhängigkeit, darüber, was es bedeutet, Mutter im öffentlichen Raum zu sein, über Mütter auf dem Podest und auf der Bank des Kapitalismus. Und natürlich über die stillende Mafia. (Und über Sex.) Und wie ist das eigentlich mit der Arbeit während des Mutterschaftsurlaubs?











