Die Melodie mit der Schleife im Haar springt einen an, selbst wenn man schwört, Heidi Janků nie zu hören. „Když se načančám" hat sich so tief in die tschechische Popkultur eingebrannt, dass es auch Menschen vor sich hin summen, die den Namen der Sängerin nicht kennen würden. Und noch eine Besonderheit: eines der Lieder aus dem Fernsehmärchen sang Heidi Janků in der Rolle der Prinzessin Babetka, die Musik schrieb Jiří Zmožek, den Text Zdeněk Borovec - doch Heidi hatte anfangs wenig Lust darauf. Genau um dieses Lied dreht sich auch der Grund, warum Menschen nach Heidi Janků & Heidiband Hluboká nad Vltavou suchen, also nach einem Konzert vor einer der fotogenischsten Schlosskulissen Böhmens.

Und noch eine Überraschung, die kaum jemand kennt. Die Band Heidiband war ursprünglich gar nicht als Begleitung für Heidi gedacht. Im Jahr 2016 kam ein Angebot von Adam Pavlík für eine gemeinsame Tournee mit Věra Špinarová, auf deren Basis die Band Supernova wiederbelebt werden sollte - doch 2017 starb zunächst Věra Špinarová und kurz darauf Ivo Pavlík, sodass weder die Tournee noch die Wiedergründung von Supernova stattfanden. Aus dieser Familientragödie entstand schließlich das Projekt, das Heidi heute wieder auf die Bühnen bringt.

Heidi Janků & Heidiband Hluboká nad Vltavou: was man vom Konzert erwarten kann

Wenn das Konzert von Heidi Janků & Heidiband Hluboká nad Vltavou stattfindet, darf man mit einem einstündigen Block voller Hits aus den Achtzigern in neuen Arrangements rechnen, mit einer Live-Band und mit der Gewissheit, dass der Höhepunkt „Když se načančám" sein wird.

Das Format ist bei dieser Besetzung ziemlich eingespielt. In einem 45- bis 60-minütigen Block erklingt das Best-of aus Heidis Repertoire und das Programm ist auf Open-Air-Veranstaltungen ausgerichtet: es eignet sich für Stadtfeste und Kulturveranstaltungen vor allem im Freien. Die Schlossstadt passt dazu perfekt, denn es handelt sich genau um jene Art von Freiluftbühne, an der sich Generationen vom Zeitzeugen bis zum Enkelkind versammeln.

Heidi baut auf der Bühne keine Distanz auf. Sie singt seit Jahrzehnten, es macht ihr noch immer Spaß, sie ist positiv, energisch und authentisch. Sie gibt selbst zu, dass das Spielen mit der Band eine andere Energie hat als frühere Soloauftritte. Ihr Mann wollte nicht, dass sie mit einer Band auftritt, weil es als Solistin einfacher war, irgendwo hinzufahren - aber mit der Band hat es eine ganz andere Dimension. Und eines steht unabhängig vom Ort fest: der Megahit Když se načančám muss bei jedem Konzert erklingen. Wer vergleichen möchte, was anderswo in der Republik gespielt wird, findet einen Überblick in der Rubrik Konzerte.

Wer ist Heidi Janků: von Ostrava über Hamburg auf die Bühne

Heidi Janků ist Sängerin, Moderatorin und Schauspielerin, die seit Anfang der Achtziger auf der tschechischen Popszene präsent ist - und ihre Karriere begann, bevor dieser eine entscheidende Hit kam.

Ihre Wurzeln liegen in der Musikszene von Ostrava. Im dritten Schuljahr begann sie mit der Band Proměny zu singen, dem früheren Majestic, mit dem auch Marie Rottrová und Věra Špinarová ihre Anfänge hatten. Der entscheidende Wendepunkt kam kurz nach dem Abitur. Sie erfuhr, dass der damals populäre Pavel Novák eine Sängerin für seine Band Proto suchte, mit der er in Bars und Clubs in Deutschland auftreten wollte, gewann das Vorsingen und damit begann ihr professionelles Singen. Sie erinnert sich mit Humor daran, denn mit achtzehn kannte sie vor allem die Beskiden und stand plötzlich auf einer Bühne im Ausland.

Eine schicksalhafte Begegnung wartete kurz darauf auf sie. Nach ihrer Rückkehr sah sie Ivo Pavlík bei einem gemeinsamen Auftritt auf der Ostrava Černá louka, meldete sich bald bei ihr, ob sie nicht eine Solokarriere versuchen wolle, und diese Begegnung fand 1982 statt. Aus der Arbeitsbeziehung wurde eine persönliche und berufliche Verbindung für Jahrzehnte. Von 1982 bis 1990 hatten sie ihre eigene Band Supernova, die sie wegen des Umzugs nach Monaco auflösten, wo Ivo Musik für eine animierte Kinderserie komponierte und aufnahm.

Doch beim Singen hört es nicht auf. In den letzten Jahren hat sich Heidi auch dem Theater zugewandt, und zwar auf eine Art, die ihr selbst Freude macht. Sie bekam ein Angebot für das am längsten gespielte Stück Dívčí válka, in dem František Ringo Čech den Ctirad spielt und Heidi in ihrem Alter die Jungfrau Šárka - was sie selbst als bizarr bezeichnet. Das Theater erweiterte das Repertoire dann um das Stück Pravda o zkáze Titanicu. Wie sie selbst zusammenfasst, hält sie außerhalb des Sommers die Adventszeit bei den Menschen: im Sommer wird sie zu Festivals eingeladen und im Winter singt sie auf Adventsmärkten. Weitere Namen aus der tschechischen Musikwelt findet man in der Übersicht Interpreten.

Heidiband: die Band, die Adam Pavlík zusammengestellt hat

Heidiband ist die Band von Heidi Janků, die von Adam Pavlík, dem Sohn des Komponisten, geleitet wird. Sie entstand aus einer Familiengeschichte, die mit zwei Legenden der tschechischen Musik verwoben ist: Věra Špinarová und Ivo Pavlík.

Die Zusammenhänge sind wichtig, um zu verstehen, warum gerade er die Band leitet. Seit 2018 tritt Heidi Janků mit der Band Heidiband auf, die ihr Stiefsohn Adam Pavlík gegründet hat, der Sohn der Sängerin Věra Špinarová und des Regisseurs Ivo Pavlík, des späteren Ehemanns von Heidi Janků. Ursprünglich sollte Adam die Band für seine Mutter zusammenstellen. Er gründete die Band für Věra Špinarová, doch als mit der Zeit auch Ivo ging, einigten sie sich auf eine Zusammenarbeit, er wählte die Musiker gezielt für Heidi aus, und als es langsam anlief, stoppte 2020 Covid alles.

Heidi selbst blickt auf diese neue Phase nicht als Notlösung zurück. Mit einem Augenzwinkern sagt sie, dass sie und Adam gewissermaßen füreinander übrig geblieben sind, und sie ist überrascht, was für ein großartiger Produzent, Manager und Bandleader er ist. Die Rolle des Projektchefs übernimmt er vollständig: seit 2019 funktioniert die Band Heidiband, die Adam Pavlík zusammengestellt hat, und er wurde ihr Bandleader, Manager und Produzent.

Wer steht hinter Heidi auf der Bühne? Die Besetzung von Heidiband: Adam Pavlík an den Keyboards, Dalibor Glomb an Gitarre und Gesang, Marek Fulneček am Bass und Jarda Sivák am Schlagzeug. Jeder von ihnen hat seine eigene musikalische Geschichte. Dalibor Glomb soll zur Gitarre gekommen sein, als er mit zwölf buchstäblich darüber stolperte, er brachte sich das Spielen selbst bei und ist als Grafiker auch für das visuelle Erscheinungsbild der Band zuständig. Es handelt sich also um eine Gruppe von Profis, nicht um eine schnell zusammengewürfelte Begleitung. Wer Lust auf weitere Namen aus dieser Ära der tschechischen Popmusik live hat, wird auch in der Rubrik Konzerte fündig.

Když se načančám: der Hit, den die Sängerin zunächst nicht wollte

Das Rückgrat der Auftritte bilden Hits aus den Achtzigern, ergänzt durch neuere Stücke - doch alles läuft auf ein einziges Lied hinaus. Und das hat eine witzigere Geschichte, als selbst mancher Fan vermuten würde.

Kehren wir zur Eingangsanekdote zurück, denn sie lohnt eine Ausführung. Das Lied erschien 1986 im Fernsehmärchen Co takhle svatba, princi? Heidi war damals überhaupt nicht auf der Wellenlänge eines süßen Märchenlieds. Sie tourte nämlich mit einer Band und war rockiger ausgerichtet - auf Plakaten stand sogar, dass die Rockerin aus Ostrava Heidi Janků kommt. Schließlich nahm sie es pragmatisch. Sie nahm es als Auftrag an, sang es ein, und in den Achtzigern spielten sie es mit der Band als Zugabe am Ende, wobei sie sich immer eine Schleife ins Haar steckte und sich dabei über sich selbst lustig machte.

Aus diesem Spaß wurde ein Evergreen, der sie bis heute begleitet. Wie oft sie es gesungen hat, kann sie nicht zählen - es ist ein Phänomen, das zu Beginn ihrer Karriere noch nicht existierte, erst gegen Ende der Achtziger entstand, und seitdem singt sie es bei jedem Auftritt. Angesichts von vierzig Jahren in der Branche ist das eine beachtliche Zahl. Heute sieht Heidi es klar: ohne dieses Lied kann sie sich einen Auftritt nicht mehr vorstellen.

Das Repertoire ist dabei vielfältiger, als ein einziger Hit vermuten lässt. Die Playlist bietet die größten Hits wie Dívčí internát, Kuře na grilu, Fotka, Ztracený ráj, Jen tak žít neumím und natürlich Když se načančám. Bei allen Liedern sind neue, modernere Arrangements vorgesehen, und es sollen auch neuere Stücke und die eine oder andere Überraschung erklingen. Erwartet also kein treues Retro, sondern alte Songs im zeitgemäßen Klang.

Das Schloss Hluboká nad Vltavou als Konzertkulisse

Hluboká nad Vltavou steht und fällt mit seinem weißen Schloss, einem der bekanntesten romantischen Bauwerke des Landes. Genau diese Kulisse macht ein Sommerkonzert unter freiem Himmel zu etwas anderem als einer Veranstaltung auf einem gewöhnlichen Dorfplatz.

Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss vergleichsweise spät und entstand aus einer konkreten Inspiration. Im Juli 1838 kehrte Fürst Johann Adolf II. von Schwarzenberg von der Krönung der britischen Königin Victoria begeistert von der englischen Gotik zurück und wünschte sich ein Schloss genau in diesem Stil. Den Entwurf erarbeitete der Wiener Architekt Franz Beer, der die Bauarbeiten ab 1840 zwanzig Jahre lang leitete, und die neuen Gebäude entstanden im Stil der Tudor-Gotik nach dem Vorbild des englischen Schlosses Windsor. Der umfangreiche Umbau im romantischen Stil der Neugotik fand in den Jahren 1840 bis 1871 statt, einschließlich der Gestaltung des Parks und der umliegenden Landschaft.

Das Ausmaß des Bauwerks wird einem erst bewusst, wenn man die Zahlen laut ausspricht. Das Schloss hat 140 Zimmer, 11 Türme und Bastionen. Und es ist keine bloß lokale Attraktion. Hluboká gehört zu den meistbesuchten Schlössern des Landes und wird oft als schönstes Schloss der Tschechischen Republik bezeichnet. Interessant ist, dass diese heutige Bewunderung seinerzeit auch Kritik begleitete. Der Versuch, englische Gotikburgen nachzuahmen, wurde schon damals von manchen Fachleuten als Kitsch empfunden, ein Detail, das die damalige Romantik in ein anderes Licht rückt.

Wer das Konzert mit einem Ausflug verbindet, wird vom Ort selbst bestens unterhalten. Zum Schloss gehört ein Landschaftspark mit einer Fläche von 58 Hektar, den die Schwarzenbergs in den 1850er Jahren des 19. Jahrhunderts mit einer dendrologisch wertvollen Sammlung fremdländischer Gehölze anlegten. Im Inneren kann man heute sechs Routen erkunden: Repräsentationsräume, private Apartments, die Küche, Gästezimmer, den Turm und eine Winterführungsroute. Und wenn einem die Szenerie bekannt vorkommt, ist das kein Zufall. Schloss Hluboká kennt man aus dem Märchen Pyšná princezna. Den Überblick darüber, was in der Region geplant ist, bietet der Veranstaltungskalender, in dem Open-Air-Konzerte in der Regel frühzeitig erscheinen.

Wie man den Termin findet und keine Tickets verpasst

Bei Open-Air-Konzerten richten sich Termin und Ort nach dem Veranstalter, daher lohnt es sich, die offiziellen Kanäle im Blick zu behalten und Tickets nur auf sicherem Weg zu kaufen. Ein paar konkrete Schritte ersparen unnötige Fehler.

Erstens: prüfen, um welche Veranstaltung es sich handelt. Der Name Heidi Janků ist bei Veranstaltern und Fans nach wie vor sehr präsent, taucht also an vielen Stellen auf, und es ist leicht, zwei verschiedene Termine zu verwechseln. Zweitens: die Saisonalität im Hinterkopf behalten. Heidi wird im Sommer zu Festivals eingeladen und singt im Winter auf Adventsmärkten, sodass ein Open-Air-Konzert unterm Schloss logischerweise in die warme Jahreszeit fällt. Drittens: nur über den offiziellen Veranstalter oder einen verifizierten Anbieter kaufen, nicht aus zweiter Hand über soziale Netzwerke. Offizielle Informationen zur Band und ihren Terminen findet man auf heidi.cz.

Ein praktischer Hinweis zu Hluboká selbst, wenn man schon dorthin fährt: der Hauptparkplatz liegt etwa 900 Meter vom Schloss entfernt, und dorthin fährt ein Panoramazug. Den Überblick darüber, was wo gespielt wird, verfolgt man laufend im Veranstaltungskalender und in der Rubrik Konzerte. Wer einen Kulturausflug plant und das Konzert nur ein Teil des Programms ist, findet auch Tipps zum Theater oder einen Vergleich mit großen Sommerveranstaltungen in der Übersicht Festivals in Prag. Profile der Künstler findet man unter Interpreten.

Häufige Fragen

Wer gehört zur Band Heidiband?

Heidiband besteht aus Adam Pavlík an den Keyboards, Dalibor Glomb an Gitarre und Gesang, Marek Fulneček am Bass und Jarda Sivák am Schlagzeug. Die Band wurde von Heidi Janůks Stiefsohn Adam Pavlík gegründet, dem Sohn von Věra Špinarová und Ivo Pavlík. Adam ist zugleich Bandleader, Manager und Produzent.

Wird beim Konzert Když se načančám gespielt?

Ja, praktisch mit Sicherheit. Dieser Megahit muss laut Aussage der Band bei jedem Konzert erklingen, und Heidi selbst sagt, dass sie es bei jedem Auftritt singt. Ohne dieses Lied kann sie sich einen Auftritt nicht vorstellen, auch wenn sie es einst nicht singen wollte.

Welche weiteren Lieder stehen auf dem Programm?

Neben dem größten Hit darf man mit weiteren bekannten Stücken rechnen. Die Playlist bietet Hits wie Dívčí internát, Kuře na grilu, Fotka, Ztracený ráj und Jen tak žít neumím. Bei allen Liedern gibt es zudem neue, modernere Arrangements.

Wo erfahre ich den genauen Termin und kaufe Tickets für Hluboká?

Datum, genauer Ort in Hluboká und Preise variieren bei Open-Air-Veranstaltungen je nach Veranstalter - daher direkt beim Veranstalter prüfen und Tickets nur auf sicherem Weg kaufen. Offizielle Informationen zu den Auftritten der Sängerin findet man auf heidi.cz, und bevorstehende Veranstaltungen in der Region verfolgt man im Kalender und in der Rubrik Konzerte.

Ist das Konzert für Familien mit Kindern geeignet?

Bei Open-Air-Auftritten dieser Art in der Regel ja. Das Programm ist auf Stadtfeste und Kulturveranstaltungen vor allem im Freien ausgerichtet, zu denen die Menschen üblicherweise auch mit Kindern kommen. Die genauen Einlassbedingungen findet man jedoch immer in den Informationen des jeweiligen Veranstalters.

Quellen

  • heidi.cz, offizielle Website der Sängerin (Abschnitte Über Heidi und Heidiband)
  • Český rozhlas, Střední Čechy und Ostrava: Interviews zur Entstehung von Heidiband und der Zusammenarbeit mit Adam Pavlík
  • richart.cz und topvip.cz: Bandbesetzung und Repertoireübersicht
  • Deník.cz: Interview über den Hit Když se načančám und seine Entstehung
  • Wikipedie, zamek-hluboka.cz, hrady.cz, kudyznudy.cz und turistika.cz: Geschichte und Fakten zum Schloss Hluboká nad Vltavou
  • kdykam.com: Veranstaltungskalender, Konzerte, Interpreten