Das dröhnende Riff und fünf Typen in Raubtiermasken aus der Werkstatt des Nationaltheaters - auch wenn ihr den Namen Dymytry vielleicht nicht kennt, verwechselt ihr diese Truppe kaum. Ihr tippt „Dymytry Jedovnice" in die Suchmaschine und hört im Kopf schon, wie am Teich Olšovec ein Gitarrenwirbel losbricht. Und gleich eine Info, bei der euch die Kinnlade runterfällt: Der Name dieser Psy-Core-Formation stammt von einer russischen Lokomotive, einem riesigen stählernen Monster, und die Masken mit Insektenmotiven wurden ihnen von Maskenbildnern des Nationaltheaters gefertigt, ähnlich wie man das von Lordi oder Slipknot kennt. Aber jetzt das Wichtigste zum Thema „Dymytry Jedovnice": Direkt in Jedovnice spielt die Band 2026 nicht. Ihr findet sie aber in der Nähe, und die Reise lohnt sich. Wo genau, und was stattdessen am Ufer des Olšovec klingt, gehen wir der Reihe nach durch.

Dymytry Jedovnice: Warum die Suche nicht am Olšovec endet

Die Kombination „Dymytry Jedovnice" lockt, weil das Jedovnicer Camp Olšovec eine eigene Sommerkonzertreihe hat und man sich den Rest leicht zusammenreimen kann. Die Realität ist nüchterner: Im Kalender für 2026 taucht kein Auftritt von Dymytry in Jedovnice auf, die nächsten echten Termine liegen woanders.

Der Campingplatz am Ufer des Teiches Olšovec veranstaltet im Sommer die Reihe Letní hudební večery (Sommerliche Musikabende), daher liegt die Verwechslung nahe. Wer aber gezielt zu Dymytry will, muss eine andere Nadel auf der Karte suchen. Im August spielt die Band auf dem Schloss in Svijany, im September unter freiem Himmel auf Valečov und im Oktober in České Budějovice. Alle drei Termine findet ihr weiter unten mit Links zum offiziellen Vorverkauf.

Egal, woher euch der Begriff „Dymytry Jedovnice" hierher geführt hat - die gute Nachricht lautet, dass ihr nicht auf ein Wunder am Olšovec warten müsst. Es reicht, ein paar Wochen und ein paar Dutzend Kilometer weiterzurücken. Und der Jedovnicer Campingplatz bietet inzwischen sein eigenes Programm, über das am Ende die Rede sein wird. Wer sich vorab ein Bild von der Band machen möchte, kann im Profil Dymytry vorbeischauen und ihre Konzertgeschichte durchstöbern.

Wer sind Dymytry und woher kommen sie

Dymytry sind eine Prager Metalband, die ihren Stil selbst benannt hat: Psy-Core. Hinter ihrer Gründung steckt eine Familienlinie, die direkt zur Spitze der tschechischen Hardrock-Szene führt.

Die Prager Truppe wurde von Jiří Urban junior gegründet, dem Sohn von Jiří Urban, dem Gründer der Gruppe Arakain. Der Apfel fiel also nicht weit vom Stamm, und diese Genetik ist hörbar. Die Gründung der Band fällt ins Jahr 2003, als sie sich in der Besetzung mit Sänger Ondřej Černý, den Gitarristen Jiří „Dymo" Urban und Rudolf „Dr. Molitanov" Neumann, Bassist Petr „Ozz" Štochl und Schlagzeuger Michal „Chali" Chalupka zusammenfand. Die Musiker selbst erklären, warum gerade die maskierte Stilisierung: Auf einem kleinen Markt suchten sie einen Weg, sich abzuheben und aufzufallen, die Masken erschienen ihnen als gute Wahl, und mit der Zeit zeigte sich, dass sie ins Schwarze getroffen hatten.

Wie lässt sich der Stil einordnen? Die Musiker selbst halten Abstand zu Genreschubladen. In einem der ersten Interviews fasste es der Gitarrist mit einem Augenzwinkern zusammen - im Ausland reicht es zu sagen, dass sie Rock spielen, während ein tschechischer Fan laut ihm hören muss, dass es sich um modernen Metal mit Elementen mehrerer Subgenres handelt, sonst hat er keine Ruhe. Entscheidend ist, dass Dymytry nie eine Kneipenkneipe-Band waren. Sie haben sich brav durch Clubs und Festivals gespielt und sich eine treue Fangemeinde aufgebaut, die sie bis heute trägt.

Masken vom Nationaltheater und ein Name nach einer Lokomotive

Das Visuelle ist die halbe Identität von Dymytry. Masken, ein Name nach einer Lokomotive und eine durchdachte Bühnenshow machen sie zu einer Band, die man auf den ersten Blick und beim ersten Ton erkennt.

Das Auffälligste sind natürlich die Masken. Das Image der Band beruht auf Raubtiermasken aus der Werkstatt des Nationaltheaters, auf wuchtigen Gitarrenriffs, melodischen Refrains und eindringlichem Gesang. Dass ausgerechnet das Nationaltheater fiel, ist kein Zufall - Bandleader Dymo bewegte sich im Theaterumfeld und hat seit jeher ein Gespür für Details der Show. Die Masken wurden der Band von Maskenbildnern des Nationaltheaters maßgeschneidert, und genau sie sind im Laufe der Jahre zum Erkennungszeichen geworden, das das Publikum auch aus den letzten Reihen erkennt.

Und der Name? Eine russische Lokomotive hieß so, es war ein riesiges stählernes Monster, was zur Band ganz gut passt. Das klingt wie eine für den Effekt erfundene Geschichte, ist aber wahr und passt perfekt zu diesem bulldozerartigen Sound. Die Masken sind übrigens nicht eingefroren - die Band hat sie im Laufe der Jahre mehrfach modernisiert, etwa anlässlich der Taufe neuer Alben. Bei einem Konzert geht es also nicht nur um fünf Leute mit Instrumenten, sondern um ein ausgearbeitetes Spektakel, das Dymytry vom Plakat bis zu den Lichtern durchzieht.

Die Noid-Ära: Sängerwechsel und Aufteilung der Band

Dymytry haben in den letzten Jahren zwei entscheidende Einschnitte erlebt: den Abgang des langjährigen Frontmanns und die Aufteilung in einen Inlands- und einen Auslandsteil. Wer die Band eine Weile nicht verfolgt hat, wird vielleicht überrascht sein, wer heute am Mikrofon steht.

Jahrelang gehörte die Stimme von Dymytry Protheus. Protheus, bürgerlicher Name Jan Macků, war seit 2008 Frontmann von Dymytry und veröffentlichte mit ihnen insgesamt fünf Studioalben, von denen das letzte, „Pharmagedon", zuvor erschienen war. 2023 kam dann der Schlusspunkt. Den Abgang von Protheus kündigte die Band im Oktober an, seinen Abschied besiegelte er mit einem Konzert in der O2 Arena am 24. November. Dieser Abschiedsabend in der Arena war ein großes Ereignis und für viele Fans das Ende eines Kapitels.

Die Band machte aber weiter. Mitte Dezember kündigten sie einen neuen Sänger an - es wurde der etablierte Musiker, Sänger und Songwriter Václav „Noid" Bárta. Die Wahl wirkt auf den ersten Blick vielleicht gewagt, auf den zweiten logisch. Noid und Bandleader Dymo kennen sich seit dem Kindergarten, haben mehrere gemeinsame Projekte hinter sich, und Noid kreiste lange um Dymytry herum - er machte Streicher und Samples für sie und gastierte auf ihrer Tour. Die neue Ära startete in vollem Gange, und auch unter der Maske des neuen Frontmanns blieb der charakteristische Sound der Band erhalten.

Nach Noids Einstieg kam auch der internationale Ehrgeiz und damit ein organisatorischer Schnitt. Die Gruppe teilte sich neu in eine Inlands- und eine Auslandsdivision auf, um sowohl zuhause als auch im Ausland spielen zu können. Auf tschechischen Bühnen trefft ihr also die Inlandsversion der Band - und genau um sie geht es auch bei den Terminen, die wir im Artikel „Dymytry Jedovnice" behandeln.

Wo ihr Dymytry 2026 wirklich erwischt

Wenn die Band in Jedovnice nicht spielt, wohin dann? Das Jahr 2026 bietet drei konkrete Termine quer durch die Republik, vom Schloss-Open-Air bis zur Herbstveranstaltung mit einer Legende an der Seite.

Zuerst der Sommer unter freiem Himmel. Der erste Tipp ist DYMYTRY: Open Air na Zámku Svijany, der am 5. August 2026 im Areal des Schlosses Svijany stattfindet. Schlosshof und dazu Psy-Core ist eine Kombination mit eigenem Charme. Tickets verkauft direkt der Veranstalter auf der Website des Schlosses.

Der zweite Termin hat fast symbolischen Charakter. Bei der Veranstaltung DYMYTRY + DOGA am 18. September 2026 im Letní amfiteátr Valečov in Boseň treffen Dymytry auf einen weiteren schweren Namen der tschechischen Szene. Doga ist eine tschechische Hardrockband, gegründet 1988, deren Hauptgründer der Gitarrist Roman „Izzi" Izaiáš war, der zum markanten Gesicht der Band und zum alleinigen Songschreiber wurde. Das Debütalbum erschien im Frühjahr 1993 beim Ostrava-Label Marco Music Box und enthielt den späteren Hit „Nejsi nevinná". Wer härtere Gitarren mit eingängigen Refrains mag, bekommt hier gleich zwei Generationen tschechischer Rockgeschichte. Mehr über die Band Doga findet ihr in ihrem Profil.

Und als Drittes der herbstliche Höhepunkt. Dymytry & Arakain: Best rock tour 2026 kommt am 3. Oktober 2026 auf das Messegelände in České Budějovice. Das ist ein Konzert, bei dem sich die Familiengeschichte im Kreis schließt: Dymytry wurde vom Sohn des Arakain-Gründers gegründet, sodass auf einer Bühne das Erbe von Vater und Sohn aufeinandertrifft. Beide Bands fahren übrigens seit vielen Jahren gemeinsam, haben gemeinsame Tourneen und gemeinsame Singles hinter sich, und live ist das ein Stück tschechischer Metalgeschichte auf einer Bühne. Wer Arakain und Dymytry auf einmal sehen will, das ist die Gelegenheit. Tickets laufen im Online-Vorverkauf.

Was in Jedovnice klingt: Sommer am Ufer des Olšovec

Jedovnice beherbergt zwar keine Dymytry, aber leer ist es hier keineswegs. Camp Olšovec am gleichnamigen Teich hat ein eigenes Sommerprogramm, und in der Umgebung lässt sich ein Konzert mit einem Ausflug in den Mährischen Karst verbinden.

Die Grundlage bildet die Reihe Letní hudební večery (Sommerliche Musikabende). Am Donnerstag, dem 7. August 2026, spielt im Camp Letní hudební večery Kumbalu, eine Woche später, am 14. August 2026, folgen Letní hudební večery Rebel 67. Beides direkt im Areal Camp Olšovec Jedovnice, also ein paar Schritte vom Wasser entfernt. Mit Metal hat das nichts zu tun, und genau deshalb ist es ein schöner Kontrast. Kumbalu ist ein lebhafter World-Music-Cocktail aus Balkan, Reggae und Klezmer, die Band entstand 2005 in Brno. In den letzten Jahren hat sie sich mehr Richtung Reggae bewegt und zum Sound aus Gitarren, Saxofon und Geige auch Keyboards hinzugenommen, die einen tänzerischen Groove beisteuern. An einem Sommerabend am Teich passt das genau.

Der Kalender in Jedovnice endet aber nicht bei der Musik. Im September findet im Camp Sraz moto Harley, pořádá Harley Moravia (11. September 2026) statt, und ein paar Tage später gibt es dort eine Klubová výstava chovatelů bernského salašníka (19. September 2026). Wer lieber Geschichte und Natur mag, sollte 70 let CHKO Moravský kras mit kommentierten Führungen am 12. September 2026 in der ehemaligen Gaststätte in Chaloupky nicht verpassen. Mit einem Ausflug verbindet man so ein Konzert, den Karst und ein Stück Lokalgeschichte. Weitere Tipps nach Datum und Ort findet ihr in unserem Veranstaltungskalender oder in der Übersicht der Konzerte.

Häufige Fragen

Spielen Dymytry in Jedovnice?

2026 nicht. Direkt in Jedovnice, also im Areal Camp Olšovec, steht kein Auftritt von Dymytry im Kalender. Die nächsten Konzerte der Band sind in Svijany (5. August), auf Valečov in Boseň (18. September) und in České Budějovice (3. Oktober).

Wo kaufe ich Tickets für Dymytry?

Je nach Veranstaltung. Für das Open Air in Svijany verkauft Tickets direkt das Schloss Svijany, für die Best Rock Tour in Budějovice mit Arakain läuft der Vorverkauf online über goout.net. Bei jeder Veranstaltung auf kdykam findet ihr einen Link zum offiziellen Vorverkauf, sodass ihr nicht bei Wiederverkäufern kauft.

Wer singt heute bei Dymytry?

Frontmann ist Václav „Noid" Bárta, der die Band Ende 2023 übernahm. Vor ihm stand Protheus, bürgerlicher Name Jan Macků, seit 2008 am Mikrofon, es war also ein großer Generationswechsel der Stimme.

Warum tragen Dymytry Masken und was bedeutet ihr Name?

Die Masken mit Insektenmotiven wurden maßgeschneidert von Maskenbildnern des Nationaltheaters angefertigt und sind heute das Erkennungszeichen der Band. Der Name der Formation stammt vom Namen einer russischen Lokomotive, was zu ihrem schweren Sound gut passt.

Was kann man in Jedovnice statt eines Dymytry-Konzerts erleben?

Camp Olšovec veranstaltet im Sommer die Reihe Letní hudební večery, im August 2026 zum Beispiel mit den Brünner Kumbalu und der Band Rebel 67. Für September ist im Camp ein Harley-Motorradtreffen und eine Hundeausstellung geplant, in der Umgebung locken außerdem kommentierte Führungen zum Jubiläum des Naturschutzgebiets Mährischer Karst.

Quellen